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Akkusativ

Der Akkusativ ist einer der wichtigsten Fälle des Lateinischen und wird dir mit seinen unterschiedlichen Funktionen das Lateinische näher bringen.

Der Akkusativ

Der Akkusativ ist einer jener Fälle, die auf den ersten Blick ein klein wenig Verwirrung stiften. Das liegt unter anderem an der Vielzahl von Funktionen – also dem Zweck oder der Aufgabe – die der Akkusativ im Lateinischen mit sich bringt. Da gibt es nämlich nicht nur den Akkusativ als Objekt, sondern zum Beispiel auch den Akkusativ als inneres Objekt. Was soll da denn der Unterschied sein? Weiß du darüber hinaus, was ein doppelter Akkusativ ist? Und was unterscheidet eigentlich den Akkusativ der Ausdehnung von dem Akkusativ der Richtung? Da kann einem schnell der Kopf schwirren, oder? Aber keine Sorge – mit ein wenig Übung bringst du Ordnung in den Akkusativ – und wirst merken, dass der Gebrauch des Akkusativs ziemlich einleuchtend und überhaupt nicht schwierig ist.

Wen oder was? Die Akkusativfunktionen

Vielleicht fragst du dich jetzt: Muss ich das alles so genau wissen? Schließlich reicht es ja auch, wenn ich die Form des Akkusativs erkenne, oder? Falsch gedacht! Das Lateinische kann mit dem Akkusativ viele Funktionen ausdrücken, die im Deutschen nicht so einfach nachgebildet werden können. Deshalb musst du im Deutschen genau unterscheiden, um welchen Akkusativ es sich handelt. Nur so kannst du zielgerecht, also sinnvoll und logisch, übersetzen. Zum Glück ist das gar nicht so schwer. Fürs Erste reicht es aus, wenn du dir drei grundlegende Funktionen des Akkusativs einprägst:

  • Der Akkusativ als Objekt
  • Der Akkusativ der Ausdehnung in Raum und Zeit und
  • Der Akkusativ der Richtung

Der Akkusativ als Objekt begegnet uns auch in deutschen Sätzen andauernd. Hier beschreibt der Akkusativ eine Person oder eine Sache, auf die eine Handlung zielt. Ein Beispiel:

  • Accuso fratrem (Ich beschuldige den Bruder).

Die Frage muss hier also lauten: Wen oder was? Den Akkusativ als Objekt übersetzt du meist intuitiv richtig, so dass er dir kaum Schwierigkeiten bereiten wird.

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Der Akkusativ der Ausdehnung gibt Antwort auf die Ausdehnung in Raum und Zeit. Aber was genau soll das nun bedeuten? Bei diesem Akkusativ gibt es vier wichtige Funktionen, die du dir merken kannst.

  • Eine Maßangabe: Hier ist die Ausdehnung im Raum gemeint, zum Beispiel agger altus pedes octaginta (ein 80 Fuß hoher Wall). Hier fragst du mit wie lang, wie breit, wie hoch, wie tief? nach dem Akkusativ.
  • Eine Streckenangabe, zum Beispiel Nostri hostes multa milia passuum pesequintur (Unsere Leute verfolgen die Feinde viele Meilen weit). Die Frage nach diesem Akkusativ muss also lauten: Wie weit?
  • Eine Zeitangabe, also eine Ausdehnung der Zeit, zum Beispiel Marcus unam horam ambulat (Marcus geht eine Stunde lang spazieren). Die Frage lautet: Wie lange?
  • Eine Altersangabe, zum Beispiel puer duodeviginti annos natus (ein Junge von 18 Jahren). Hier fragst du natürlich: Wie alt?

Ganz schön viel auf einmal, oder? Die Fragen sind dir aber eine wichtige Stütze! Hast du dir diese einmal gemerkt, wird dir der nächste Akkusativ der Ausdehnung keine Schwierigkeiten mehr bereiten.

Der Akkusativ der Richtung ist im Gegensatz zum Akkusativ der Ausdehnung viel einfacher: Hier geht es darum, dass die Richtung oder das Ziel einer Handlung angegeben wird. Dieser Akkusativ antwortet auf die Frage Wohin? und steht meist mit einer Präposition. Zum Beispiel: in Italiam navigare (Mit dem Schiff nach Italien fahren).

akkusativbesonderheiten

Transitiv oder intransitiv?

Den Akkusativ als Objekt kannst du meist ohne große Schwierigkeiten richtig übersetzen. Knifflig wird es hierbei nur dann, wenn dir ein intransitives Verb begegnet. Was das sein soll? Der Unterschied zwischen transitiv und intransitiv ist schnell erklärt und noch schneller verstanden. Verben, die ein Akkusativobjekt zu sich nehmen, nennt man transitiv. Diese Art von Verben „regieren“ ein Objekt. Das bedeutet, dass die Handlung auf das Akkusativobjekt zielt. Das erkennst du schon an unserem obigen Beispiel: Accuso fratrem (Ich beschuldige den Jungen). Das Verb accusare zielt auf das Akkusativobjekt – hier den Bruder – ab. Leider gibt es nun im Lateinischen aber viele transitive Verben, die im Deutschen intransitiv sind. Das bedeutet, dass sie kein Akkusativobjekt zu sich nehmen. Schau dir dazu folgendes Beispiel an:

  • Adiuvo patrem.

Du siehst, dass das Lateinische bei adiuvare (helfen) einen Akkusativ nach sich zieht. Im Deutschen müssen wir den Satz aber mit dem Dativ übersetzen: Ich helfe dem Vater. Wenn ein Akkusativobjekt in einem Satz also keinen Sinn ergibt, dann kann das einfach daran liegen, dass das Verb im Lateinischen transitiv ist, im Deutschen aber nicht.

Der doppelte Akkusativ

Wenn du dir die verschiedenen Kasusfunktionen eingeprägt hast und den Unterschied zwischen transitiv und intransitiv verstanden hast, ist schon viel gewonnen. Aber was genau ist der doppelte Akkusativ? Es gibt bestimmte Verben im Lateinischen, die zwei Akkusative nach sich ziehen. Dieser doppelte Akkusativ hat ein ganz normales Akkusativobjekt und zudem ein sogenanntes Prädikatsnomen im Akkusativ. Ein Prädikatsnomen ist ein Substantiv oder Adjektiv, das eine notwendige Ergänzung zum Prädikat darstellt. Ohne solch ein Prädikatsnomen wäre das Prädikat unvollständig. Ein typisches Beispiel hierfür ist das Verb esse. Aber auch bei vielen anderen lateinischen Verben brauchst du einen doppelten Akkusativ. Alle Verben, die etwas bezeichnen, beurteilen oder zu etwas machen gehören in diese Kategorie. Schau dir dazu folgendes Beispiel an:

  • Thales aquam dixit.

Wenn du diesen Satz übersetzt, fällen dir sofort die zwei Akkusative auf: Thales aquam dixit initium rerum. (Thales nannte das Wasser den Ursprung der Dinge).

Es gibt viel zu lernen beim Akkusativ, aber jetzt hast du schon einen guten Überblick gewonnen. Schau dir alle Funktionen des Akkusativs noch einmal genauer an und denke daran: Exercitatio optima magistra est!