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Unterscheidung von Wortarten

Wenn du die Wörter Flexion, Possessivpronomen oder Modalverb hörst, möchtest du am liebsten schreiend davon laufen? Dann wird es höchste Zeit, dein Grundwissen in Sachen Wortarten aufzufrischen!

Grundsätzlich werden Wortarten in zwei große Gruppen unterteilt: Es gibt veränderbare (flektierbare) und unveränderbare (nicht flektierbare) Wortarten. Flexion ist also die Veränderung der Form von Wörtern. Nicht verändert werden können Adverbien (heute), Präpositionen (auf), Konjunktionen (weil) und Interjektionen (pfui). Die veränderbaren bzw. flektierbaren Wortarten werden wiederum in zwei Kategorien unterteilt:

  • Deklinierbare Wortarten: Deklination ist die Beugung des Substantivs (Haus), der Pronomen (sie), der Artikel (der), der Adjektive (schön) und der Numerale (doppelt).

  • Konjugierbare Wortarten: Konjugation ist die Beugung des Verbs (ich laufe).

Wortarten

Flektierbare Wortarten

Substantive bzw. Nomen kannst du nach Numerus (Singular: die Blume, Plural: die Blumen) und Kasus (Fälle) flektieren. Im Deutschen gibt es vier Fälle: Nominativ (der Baum), Genitiv (des Baumes), Dativ (dem Baum) und Akkusativ (den Baum). Eine weitere Eigenschaft des Nomens ist sein Genus (Geschlecht). Das heißt, du unterscheidest zwischen Maskulinum (der Vater), Femininum (die Mutter) und Neutrum (das Kind). Vor Substantive kannst du in der Regel einen Artikel stellen: Entweder einen bestimmten (der, die, das) oder einen unbestimmten (ein, eine, ein).

Adjektive kann man auch flektieren. Eine Besonderheit von Adjektiven ist die Komparation (Steigerung). Es gibt drei Steigerungsstufen: Positiv (schnell), Komparativ (schneller) und Superlativ (am schnellsten). Adjektive können entweder Nomen oder Verben näher beschreiben. Im ersten Fall sprichst du vom attributiven Gebrauch (das schöne Mädchen, der kleine Junge). Das Adjektiv steht dabei immer vor dem Substantiv. Im zweiten Fall handelt es sich um den adverbialen Gebrauch: Wie geschieht etwas? Wie tut jemand etwas? Achtung: Bei der adverbialen Verwendung ändert sich die Form des Adjektivs nicht! Hierfür ein Beispiel: Max läuft langsam nach Hause.

Pronomen können Nomen in einem Satz ersetzen, sie haben also eine Stellvertreter-Funktion. Du unterscheidest zwischen Personalpronomen (er, ihn), Possessivpronomen (sein, ihre), Reflexivpronomen (sich), Demonstrativpronomen (dieser, jener), Indefinitpronomen (jeder, manche), Interrogativpronomen (Welcher Hund?, Wer weiß das?) und Relativpronomen (der Nachbar, der/welcher gegenüber wohnt).

Diese drei Wortarten werden, wie Nomen auch, dekliniert und nach Kasus, Numerus und Genus flektiert.

Flexion

Im Unterschied dazu werden Verben konjugiert. Die Form des Verbs wird im Deutschen durch die Person (1., 2. und 3. Person), den Numerus (Singular, Plural), das Tempus (Zeit, z.B. Präsens oder Perfekt), den Modus (Indikativ, Konjunktiv, Imperativ) und das Genus Verbi (Aktiv, Passiv) bestimmt. In sie läuft stecken beispielsweise folgende Informationen: 3. Person, Singular, Präsens, Indikativ, Aktiv. Bei laufen handelt es sich um ein Vollverb. Vollverben können alleine in einem Satz das Prädikat bilden. Das unterscheidet sie von den Hilfsverben (sein, haben, werden). Diese stehen stets in Kombination mit einem Vollverb. Du benötigst sie zum Beispiel, um bestimmte Zeiten (z.B. das Perfekt: er hat gelesen) oder den Modus (sie sei gelaufen) zu bilden. Darüber hinaus existiert noch eine weitere Verbgruppe: die Modalverben (können, dürfen, mögen, müssen, wollen, sollen). Mit ihnen können Notwendigkeiten oder Möglichkeiten ausgedrückt werden.

Nicht flektierbare Wortarten

Zur Gruppe der nicht veränderbaren Wortarten zählen unter anderem die Adverbien. Das Adverb wird nicht umsonst auch Umstandswort genannt: Es bestimmt die Umstände von Handlungen, Vorgängen und Zuständen näher. Es kann sich dabei auf ein Verb (links abbiegen), Substantiv (heute Abend) , Adjektiv (ein sehr alter Hut) oder ein anderes Adverb (sehr bald) im Satz beziehen .

Wortarten

Auch Präpositionen sind unveränderbar. Diese sogenannten Verhältniswörter setzen Wörter zueinander in Beziehung und geben ein bestimmtes Verhältnis an (z.B. ein räumliches oder zeitliches). Zu den Präpositionen zählen zum Beispiel in, an, auf, unter, hinter, über, wegen, bei, für.

In die Reihe der nicht flektierbaren Wortarten gehören außerdem die Konjunktionen bzw. Bindewörter. Sie verbinden Satzglieder, Teilsätze oder ganze Sätze miteinander. Werden gleichrangige Wörter oder Sätze verbunden, sprichst du von nebenordnenden Konjunktionen (z.B. und, oder, außerdem, sondern). Möchtest du dahingegen einen Hauptsatz mit einem Nebensatz kombinieren, verwendest du unterordnende Konjunktionen (z.B. weil, obwohl, nachdem, als).